#1 Probleme mit der Öhlins Feder von totoro 20.11.2012 12:51

ich glaube das es ein recht verbreitetes problem ist. die gummimantelung gibt am federteller den geist auf.
das gleiche problem hatte ich schon bei meiner aprilia rsv 1000R factory. nach einer weile trennt sich die ummantelung von
der feder. das ganze sieht recht unschoen aus.
ist das problem bei sonst jemand schon aufgetreten?

DSC05792sm.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

#2 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von higgins 20.11.2012 17:12

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Hallo totoro,

also mein dämpfer ist i.o.
ez 2010, 13000km

wie alt ist dein mopped, km???

#3 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Lord Helmchen 20.11.2012 17:17

Das hängt vermutlich damit zusammen, dass das Federbein jedem noch so unnötigen Dreck ausgesetzt ist, Korrosion die Kohäsion zwischen der Nutmutter und der Stahlscheibe erhöht
Unter Druck dreht sich die Stahlscheibe, die eigendlich dafür da ist, die Drehbewegung der Nutschraube von der Feder zu entkoppeln.

Abhilfe schafft:

Einstellung der Federvorspannung am Bestenbei entlasteter Feder.

Wenn Zeit ist, die Feder mal komplett entspannen und zwischen Nutmutter und Stahlscheibe Kupferpaste schmieren, damit da keine Korrosion entstehen kann.

Oder beim Drehen der Schraube nach Möglichkeit die Feder mitdrehen, wenn Die Stahlscheibe sich anschickt, sich mitdrehen zu wollen

#4 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Gamma 20.11.2012 17:51

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Habe ähnlich vie runter und auch eine 2010er. Habe das Problem nicht.
Mit dem Dreck ist das doch nicht so schlimm, da die Hinterradabdeckung dran ist.
Ist ja nicht schön und wundert mich doch, da ich sowas noch nie gesehen habe.

#5 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Lord Helmchen 20.11.2012 19:46

Hast du eine andere Abdeckung drauf als sie auf meiner ist? Ist die größer, anders in der Form? Ja ich weiß, sie ist aus Carbon, aber die Abmaße sind doch den Plastikteilen gleich, oder?

Wenn es nass ist, ich die Bella wieder säübere, dann kommt da ne Menge feinkörniger Dreck zu Tage. und die Feuchtigkeit fördert eben die Korrosion.

So what, die Ursache ist auf jeden Fall, dass sich die Stahlscheibe mitdreht, was sie bestimmungsgemäß nicht sollte.
Ich entlaste das Hinterrad komplett, wenn ich an der Feder kurbele

#6 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Lord Helmchen 20.11.2012 20:58

Was genau verstehst du da nicht?

Die Art der Federanlenkung ist vergleichbar mit einer Schaukel mit ungleich langen Armen.

Auf der kurzen Seite hockt ein 120Kg Bulle, auf der anderen Seite ein6 50Kg leichte Schönheit.

Verlängert man nun den Arm, auf dem die Schöne thront, immer weiter, wird sie irgendwann den Bullen auf der kurzen Seite hochlupfen können.

Genau, nennt sich Hebelgesetz.

Bei den Monstern ist das Federbein in einem Winkel zum senkrecht gesehenen Federweg nach dem Cantilever Prinzip angeordnet.
Beim Einfedern sinkt das Heck ab, was sowohl die Feder zusammenstaucht, als auch den Anlenkwinkel des Federbeins. Diese winkelige Anordnung ist mit einem Hebel vergleichbar, der nicht in Kraftrichtung einwirkt. So wird die einwirkende Kraft übersetzt.
Anders gesagt, das Heck sinkt tiefer ein, als das Federbein zusammen gedrückt wird.

Um es auf den Punkt zu bringen.

Eine Feder mit 85er Kennung sollte vollkommen reichen. Werksseitig sind, glaube ich 70er, oder 72 er Federn drin.

#7 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Runkel 20.11.2012 21:09

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Das die Beschichtung abgeht ist bei unseren Federn mehr oder weniger normal!


Sind mehrere Effekte die sich hier überlagern. Lord hat den einen schon gut beschrieben, die Auflage der Feder dreht beim verstellen der Vorspannung mit und beschädigt damit die Beschichtung.
Punkt 2: egal wie das "Schutzblech" ausschaut - es kommt immer Dreck zwischen die Windungen. Wenn die Feder nun arbeitet reibt die Beschichtung auf.

Punkt 3: Wird die Feder dynamisch belastet (bei einer Fahrwerksfeder ist das immer der Fall) dreht sie sich um die eigene Achse. Das kommt von der Hebelwirkung in den Windungen. Stell dir die Windungen mal wie einen Hebel vor, auf den du drückst. Die Endwindung (so nennt man die letzte Windung oben bzw.unten) muss das aufgebrachte Moment nun aufnehmen - bei leichter Belastung wird sie nur einseitig auf den Federteller gedrückt, bei starker Belastung flächig. Dadurch entsteht die Drehung. Eine Fahrwerksfeder ist nun aber so stark eingespannt, dass sie sich nicht drehen kann. Also reibt sie halt ein wenig. Die Stelle an der die erste Windung (die sogenannte Übergangswindung) auf die Endwindung drückt wird logischer Weise etwas stärker auf den Federteller gedrückt - hier geht die Beschichtung also zu erst kaput. Den Effekt sieht man sehr gut, wenn man mal einen Nicht-Ducati Motor auseinander nimmt. Die Ventilfedern arbeiten sich teilweise richtig in den Ventilsitz ein, da sie sich drehen.

Punkt 4: Der Übergang von Endwindung zu Übergangswindung - die Öhlinsfedern sind normaler Weise progressiv gewunden, heißt: die Kraftzunahme steigt mit dem Weg stärker an. Das wird erreicht, indem die Übergangswindungen und die ersten Windungen weniger Steigung (Windungsabstand) haben als die z.B. mittleren Windungen. Auch dadurch kommt es an der Übergangsstelle von Endwindung zu Übergangswindung zu stärkerem Kontakt. Die Übergangswindungen legen sich nämlich bei vergleichsweise wenig Weg an (dadurch wird die Progression erreicht - nennt sich "Abschalten von Windungen", da die Übergangswindungen dann keinen Beitrag mehr zur Federsteifigkeit leisten) auch dadurch ensteht Reibung. In Verbindung mit Dreck natürlich noch mehr.

Hoffe, das war nicht zu viel Theorie...

Grüße
Runkel

#8 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Gamma 20.11.2012 21:23

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an den kilos liegt es nicht, glaub mir....

#9 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Runkel 20.11.2012 21:23

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Zitat von Lord Helmchen im Beitrag #8
Was genau verstehst du da nicht?

Die Art der Federanlenkung ist vergleichbar mit einer Schaukel mit ungleich langen Armen.

Auf der kurzen Seite hockt ein 120Kg Bulle, auf der anderen Seite ein6 50Kg leichte Schönheit.

Verlängert man nun den Arm, auf dem die Schöne thront, immer weiter, wird sie irgendwann den Bullen auf der kurzen Seite hochlupfen können.

Genau, nennt sich Hebelgesetz.

Bei den Monstern ist das Federbein in einem Winkel zum senkrecht gesehenen Federweg nach dem Cantilever Prinzip angeordnet.
Beim Einfedern sinkt das Heck ab, was sowohl die Feder zusammenstaucht, als auch den Anlenkwinkel des Federbeins. Diese winkelige Anordnung ist mit einem Hebel vergleichbar, der nicht in Kraftrichtung einwirkt. So wird die einwirkende Kraft übersetzt.
Anders gesagt, das Heck sinkt tiefer ein, als das Federbein zusammen gedrückt wird.

Um es auf den Punkt zu bringen.

Eine Feder mit 85er Kennung sollte vollkommen reichen. Werksseitig sind, glaube ich 70er, oder 72 er Federn drin.



Lordi Lordi Lordi

Wer hat denn da die goldene Regel der Mechanik vergessen?

Wie war das? Was man an Weg einspart, muss man an Kraft zusetzen!
Anders ausgedrückt: Wenn die Feder weniger Weg hat muss sie mehr Kraft aufbringen. (Stell dir vor du fasst den Drehmomentschlüssel an der Nuss an)

Worauf wollte ich hinaus - Ach ja- meine Monster hat Werksseitig ne 130er Feder...

Grüße
Runkel

#10 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Lord Helmchen 20.11.2012 21:55

Du hast im Prinzip recht, solange die Kräfte die gleiche Vektorrichtung haben. Das Federbein liegt aber nicht in Kraftrichtung, auch nicht in entgegengesetzter Richtung, sondern schräg. Durch diese Schräge (Winkelweg eingerechnet)wird schon WEG verringert.

OK, was die Werksrate angeht, weis ich das nicht (darum ja auch das GLAUBE ICH!) Die Richtung allerdings ist die Gleiche. Mehr Rate als die Originale. Und was ist da jetzt falsch dran gewesen

#11 RE: Probleme mit der Öhlins Feder von Runkel 21.11.2012 08:07

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Zitat von Lord Helmchen im Beitrag #12
Du hast im Prinzip recht, solange die Kräfte die gleiche Vektorrichtung haben. Das Federbein liegt aber nicht in Kraftrichtung, auch nicht in entgegengesetzter Richtung, sondern schräg. Durch diese Schräge (Winkelweg eingerechnet)wird schon WEG verringert.

OK, was die Werksrate angeht, weis ich das nicht (darum ja auch das GLAUBE ICH!) Die Richtung allerdings ist die Gleiche. Mehr Rate als die Originale. Und was ist da jetzt falsch dran gewesen


Hab doch nicht behauptet, dass da was falsch ist

Wollte nur erklären, dass wenn der Weg (auch über eine Umlenkung - wir reden ja von Momenten die aufgebracht werden) kürzer wird - die Kraft höher sein muss. Und das ist meiner Meinung nach der Grund, warum Totoro eine etwas stärkere Feder braucht als die 70er.

Was die Werksrate angeht weiß ich auch nur das was auf meiner Feder steht. Vielleicht können die Anderen mal nachschauen.

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